Was wir von einer Schildkröte lernen können

Den Alltag entschleunigen und das Leben entdecken

Ich war jetzt eine Woche in den Vereinigten Arabischen Emiraten – genauer gesagt in Abu Dhabi und Dubai – auf Urlaub. Alles war noch höher, weiter, besser, grösser… eine gute Reise um sich in Demut und in Genügsamkeit zu üben 🙂

Ich hatte ein tolles Buch mit: Die 7 Geheimnisse der Schildkröte – Den Alltag entschleunigen, das Leben entdecken von Aljoscha Long und Ronald Schweppe. Ich weiß gar nicht mehr, warum ich mir dieses Buch gekauft habe, es ist auch lange in meinem Regal gestanden, bis ich es jetzt endlich verschlugen habe.

Ein Buch, welches sich in vielen Teilen mit der Philosophie des Yoga, sowie Yamas und Niyamas, deckt. Es teilt sich in 7 Hauptkapitel ein, welches die 7 Geheimnisse sind.

  1. Gelassenheit – Das Geheimnis, die Ruhe zu bewahren, was immer ich geschieht…
  2. Langsamkeit – Das Geheimnis, sich viel, viel Zeit zu nehmen…
  3. Beständigkeit – Das Geheimnis, niemals aufzugeben und sein Ziel nicht aus den Augen zu lassen…
  4. Wandlungsfähigkeit – Das Geheimnis nachzugeben…
  5. Genügsamkeit – Das Geheimnis, leicht und schnell zufrieden zu sein…
  6. Friedfertigkeit – Das Geheimnis, sanftmütig zu sich und anderen zu sein…
  7. Sammlung – Das Geheimnis, ganz bei sich zu bleiben…

In diesem Blogartikel möchte ich gerne auf die Genügsamkeit eingehen – das Geheimnis leicht und schnell zufrieden zu sein. Wir sind täglich den Energien ausgesetzt noch mehr haben zu wollen, noch höher hinauf zu wollen und damit verlieren wir den Wert der Genügsamkeit Stück für Stück aus den Augen. Wir wünschen uns einen tollen Job, eine/n liebevolle/n Partnerin, ewige Gesundheit, ein erholsames Heim, vertrauensvolle Freude, eine verlässliche Familie… wir streben immer nach mehr.
Dabei ist es viel beruhigender nach Genügsamkeit zu streben und das zu schätzen, was man hat. Dies kommt dem 2. Niyama: Santosha gleich. Samtosa bedeutet Genügsamkeit, Bescheidenheit, Zufriedenheit. Es heißt auch, dass man Dinge und Ereignisse, die man nicht erreicht akzeptiert, sie analysiert und daraus lernt. Samtosa bedeutet auch, sich nicht zu vergleichen, sondern sich als Ganzes anzunehmen und zu entwickeln.

 

2 Glücksregeln als Weg zum Ziel

Es klingt so einfach – ist es aber oft nicht. Wir sind Teil der Gesellschaft und somit auch diesen gesellschaftlichen Vorstellungen unterworfen. Aber was wir können, ist sich dessen bewusst zu werden und zu handeln. Im Buch werden 2 Glücksregeln beschrieben:

  1. Glücksregel: Mach Dir selbst nicht zu viele Gedanken, sondern handle lieber! Es gilt sich nicht in unerfüllbare Vorstellungen hineinzusteigern, sondern sich Schritt für Schritt an SMARTE Ziele herantasten (lese hier zu auch einen anderen Blogbeitrag von mir, was SMARTE Ziele sind: http://ominthecity.at/auf-die-matte-fertig-los/).
  2. Glücksregel: Erforsche, was Du wirklich willst – höre auf Dein Herz und nicht auf die Bilder, die Dein Verstand schafft! Hier gilt es sich nicht Hirngespinsten (Bilder, die wir uns im Kopf ausmalen) hinzugeben, sondern in sich zugehen, sein Herz zu fragen, was man wirklich möchte und dies dann auch kontinuierlich verfolgen. Dann schafft man sich selbst Zufriedenheit. In dem wir unsere eigenen Werte entdecken, entdecken wir wie wir den Weg dorthin zum Ziel machen.

Genügsam sein heißt auch, dass man sich seinen Besitz mal ganz bewusst macht und Dinge los lässt, die man nicht mehr braucht. Besitz kann beruhigend sein, kann aber auch belasten. Oft ist es so, wenn man sich erst seinen Besitz mal bewusst macht, dass man mehr besitzt als man ahnt und überhaupt braucht. Sich also von Zeit zu Zeit von Dingen, Einstellungen, Muster zu trennen, kann befreien.

Hier eine kleine Übung aus dem Buch: Verschenke etwas – aber nicht etwas, was Du nicht mehr brauchst (das ist oft leicht, wenn man es sich mal bewusst gemacht hat) – sondern etwas, an dem Dein Herz noch hängt! Der materielle Wert des Gegenstandes hat hier keine Bedeutung. Dadurch, dass Dein Herz noch daran hängt, wird es schwierig werden, alles in Dir wird sich wehren. Aber erst mal gemacht, wird es Dich sehr befreien! Probier’ es einfach aus!
Genügsamkeit als Quelle von Zufriedenheit

Summa summarum kann man sagen, dass das Gefühl der Genügsamkeit für jeden Menschen der größte Gewinn ist. Gier und Missgunst hat noch niemanden weitergebracht, sondern lediglich das Bewusstsein, dass Genügsamkeit kein Verzicht ist, sondern die Quelle von Zufriedenheit und Freude. Denn je weniger man haben möchte, desto mehr hat man alles was man will!

Kurmas Lob der Genügsamkeit
Wer immer will, hat nie genug.
Wer nicht mehr will, wird still.
Dann hat er alles und die Welt.
Und so kehrt Frieden ein in ihm und dem,
was er für Nichtich hält.

 

In diesem Sinne Namaste,

Katharina

 

Fotoquelle: pixabay.com

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