Weg vom „Entweder oder“ hin zum „Sowohl als auch“

Gesellschaft der Entscheidungen

„Wenn ich nicht mit meinen Fingern bis zu meinen Zehenspitzen komme, dann bin ich wohl zu unbeweglich für Yoga.“, „Entweder ich mache es gleich richtig oder gar nicht.“

 

Vielleicht kommen Euch diese Denkmuster bekannt vor. Schon in unserer Kindheit wird uns eingetrichtert, dass wir Entscheidungen zu treffen haben. „Entweder gehe ich in die Hauptschule oder das Gymnasium“, „Entweder studiere ich Jus oder BWL“, „Entweder nehme ich einen Job an der viel Geld bringt, aber wenig Spaß macht – oder einen Job der meinem Herzen entspricht, aber dafür weniger lukrativ ist.“ Entscheidungen bestimmen unseren Alltag – aber hast Du Dich schon mal gefragt, ob „Sowohl als auch“ nicht mindestens genau so viel bringt bzw. zu mehr Lebensfreude und Wohlstand führen kann.

Dasselbe habe ich vor einem halben Jahr auch noch gedacht. „Wenn Du Dich Katharina zur TCM hingezogen fühlst, dann ist die Bewegungsart dazu Qi Gong oder Tai Chi. Da bist Du mit Yoga falsch am Start…“ Aber ich dachte mir: „Ich mache doch so gerne Yoga und kann mit Qi Gong nicht viel anfangen.“ Da habe ich eine Entscheidung getroffen – warum nicht das Wissen der Traditionellen Chinesischen Medizin nutzen und mit der Bewegungslehre der Indischen Tradition – dem Yoga – verknüpfen und das Beste aus beiden Lehren nutzen und weitergeben.

So entstand mein „Yoga Baby“ – das Meridian Yoga nach den 5 Elementen der TCM.

Wie ich zum Yoga kam?

Yoga kam das erste Mal 2011 in mein Leben, als ich in Thailand war und einen Round-the –World Trip machte. Eine Kollegin der Thai-Nuad Ausbildung verriet mir, dass sie immer um halb 5 Uhr früh aufsteht. Ich fragte warum sie sich das antut 🙂 – und sie sagte, dass sie 6x pro Woche von halb 5 bis 6 Uhr morgens Ashtanga Yoga macht. Ich fragte frech, ob ich da mal mitmachen kann. Sie bejahte. Am nächsten Morgen um 5 Uhr schlich ich mich in den Aufenthaltsraum unserer Ausbildungsstätte – eine halbe Stunde zu spät, aber die mich kennen wissen, dass ich absolut keine Frühaufsteherin bin. Und Robbie war schon voll im Gange. Als ich den Raum betrat, war sie durch die Luftfeuchtigkeit schon voll am Schwitzen und streckte gerade ihr rechtes Bein über ihren abgewinkelten rechten Oberarm zur Seite, das linke Bein ausbalancierend vom Boden abgehoben darunter – nur ihre Oberarme stützten ihre Beine. In dem Moment dachte ich mir – oje, das ist mir zu steil. Heute weiß ich das dies die seitliche Krähe ist – welche ich bis heute nicht beherrsche 🙂

Ein anderer Kollege dort hat meine Erfahrung mit Ashtanga Yoga und Robbie mitbekommen und mir angeboten Hatha Yoga – eine andere Form des Yoga mit mir zu machen. Und so war es dann auch, am nächsten Morgen trafen wir uns um 7 Uhr im Aufenthaltsraum – eindeutig eine bessere Zeit für mich – und machten Hatha Yoga. Seitdem baumle ich am „Yogahaken“ und es ist mein ständiger Begleiter!

Yoga kurz zusammengefasst

Yoga ist für mich ein ganzheitliches Lebenskonzept und nach den Lehren von Swami Sivananda und seinem Schüler Swami Vishnudevananda basiert dieses Hatha Yoga Konzept auf 5 Säulen:

 

Entspannung (Shavasana)

Atemübungen (Pranayama)

Körperübungen (Asanas)

Ernährung

Positives Denken und Meditation (Vedanta)

 

Da ich Schülerin in eines Sivananda Yoga Centers war sind diese 5 Säulen auch die Grundlage für meine Praxis. Yoga kommt aus dem Sanskrit und bedeutet „anschirren“ – gemeint ist damit den Geist mit dem Körper zu verbinden. Shavasana hilft schnell Entspannung zu finden; Pranayama unterstützt aktiv Energien zu mobilisieren und den Geist zu beruhigen; Asanas helfen dabei den Körper flexibel und geschmeidig zu halten und auf die Meditation vorzubereiten; Ernährung ist die Grundlage eines gesunden Körpers und positives Denken unterstützt alle Vorgänge und hilft zur Selbstreflexion und Fokussierung.

 

Warum Meridian Yoga nach den 5 Elementen der TCM?

Wie schon anfangs erwähnt war es mir wichtig die Lehren der TCM mit der Bewegungslehre der Indischen Tradition zu verbinden. Durch meine Ausbildung als Shiatsu Praktikerin beschäftige ich mich eigentlich täglich mit dieser Lehre. Wenn jemand mir sagt, wo es gerade „zwickt“ verbinde ich das sofort mit den Elementen der TCM und auch bei meiner täglichen Ernährung achte ich stets auf die Thermik und was gewisse Lebensmittel in meinem Körper bewirken. Dieses Wissen wollte ich nicht ungenutzt lassen und somit habe ich mir überlegt, wie ich dieses Wissen mit dem Yoga verbinden kann.

Eigentlich war es ganz leicht, durch Yoga arbeitet man ebenfalls mit Energie (Prana), welche dem Qi entspricht. Man löst Energieblockaden und versucht Prana aufzubauen bzw. zum Fließen zu bringen. Mit meinem Wissen hinsichtlich des Verlaufs der Meridiane und Anatomie kann man während der Yoga Asanas gezielt Meridiane ansprechen und den Fokus darauf legen.

So spreche ich beim Meridian Yoga zb wenn wir die Position des Dreiecks (Trikonasana) einnehmen, dass wir durch das Aufdehnen der Flanken Richtung Decke gezielt den Gallenblasenmeridian ansprechen, welcher der Yang Meridian des Holz-Elements ist und der Umsetzer ist. Der Lebermeridian plant Vorhaben und der Gallenblasenmeridian setzt das Geplante um. Wenn man also Schwierigkeiten mit der Umsetzung von Dingen im Leben hat, gilt des den Gallenblasenmeridian zu dehnen und das Qi zum Fließen zu bringen.

In meinen Stunden gehe ich auch auf den Nähr- und Kontrollzyklus der einzelnen Elemente und deren Meridiane ein und erkläre für was welches Element und welcher Meridian im Detail steht und wie sich die einzelnen Elemente beeinflusse – dieses Wissen gepaart mit den Yoga Körperübungen und der Philosophie des Yoga.

Fazit

Mich persönlich faszinieren beide Traditionen und ich möchte keine in meinem Leben missen. Und wer sagt denn, dass man sich entscheiden muss. Als Scannerpersönlichkeit lebe ich auch die Philosophie von Barbara Sher: „Du musst Dich nicht entscheiden, wenn du 1000 Möglichkeiten hast“ – denn genau diese Mischung macht es doch erst richtig spannend.

Man findet immer Parallelen – eine zB ist dass Hatha für Sonne (Ha) und Mond (Tha) steht – und Qi aus Yin (Mond) und Yang (Sonne) entsteht. Mit diesem schönen Gleichnis möchte ich gerne meinen heutigen Blogbeitrag abschließen und euch einladen mal auf meiner Seite www.ominthecity.at vorbeizuschauen oder wenn ihr in Wien wohnt einen meiner Kurse zu besuchen und euch selbst von der Kraft beider Traditionen zu überzeugen.

 

Ich freue mich auf Euch!

Namaste,

Katharina

 

Bildquelle: 1731740 – stockunlimited.com

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